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Weltweit schließen 88% der Kinder die Grundschule ab, 72% der Heranwachsenden die untere Sekundarstufe und 53% der Jugendlichen die obere Sekundarstufe.

Education Progress

Ziel 2030

100% der Kinder schließen die untere Sekundarstufe ab

Ihr Ziel, dass bis 2015 alle Kinder die Grundschule besuchen, hat die Welt nicht erreicht. Das neue Bildungsziel SDG 4 ist noch ehrgeiziger: Bis 2030 sollen alle jungen Menschen die Sekundarschule abschließen. Um dies zu erreichen, hätten 2018 alle Kinder im Schuleintrittsalter eingeschult werden müssen, allerdings war dies beispielsweise in Ländern mit niedrigem Einkommen nur bei 70% der Fall.

Etwa jedes sechzigste Kind wird nie eine Schule besuchen, die meisten davon in Ländern mit niedrigem Einkommen. Dies trifft nach wie vor auf Mädchen häufiger zu als auf Jungen, da sie insofern diskriminiert werden, dass von ihnen erwartet wird, sich um Geschwister und andere Aufgaben im Haushalt zu kümmern.

Teilnahme an frühkindlicher Bildung

Der Besuch einer Vorschule ist ein entscheidender Anfangspunkt für den Bildungsweg von Kindern. In Ländern mit niedrigem Einkommen beginnen jedoch nur 73% der Kinder die vorschulische Bildung rechtzeitig.

Seit 2000 nimmt die Teilnahme an frühkindlicher Bildung in allen Ländern, auch in vielen der ärmsten, langsam aber stetig zu, dennoch bleiben viele zurück. Weltweit nehmen heute 69% der Kinder an frühkindlicher Bildung teil, 2009 lag ihr Anteil noch bei 61%.

Einige Länder verzeichneten enorme Zuwächse. In Kirgisistan zum Beispiel stieg die Beteiligungsrate von 42% im Jahr 2000 bis 2017 auf 95%. In Bolivien erhöhte sie sich im gleichen Zeitraum von 66% auf 92%.

Sowohl Kap Verde als auch Senegal – beide unten hervorgehoben – sind Beispiele für Länder, die einen ständigen Anstieg der Teilnahme an frühkindlicher Bildung verzeichnen, obwohl die Unterschiede zwischen ihnen heute enorm sind. Wählen Sie Ihr Land und sehen Sie, welche Fortschritte erzielt wurden.

Sieben von zehn Kindern besuchen in dem Jahr vor ihrem Eintritt in die Grundschulbildung die Vorschule

Schülerinnen und Schüler über dem Altersdurchschnitt

Über die Tatsache, dass in einigen Ländern über ein Viertel der Grundschülerinnen und -schüler bei ihrer Einschulung über dem Altersdurchschnitt liegen, also bedeutend älter als ihre Mitschülerinnen und -schüler sind, wird nicht ausreichend gesprochen. Dies hat beträchtliche Auswirkungen auf ihre Zukunft: Die Wahrscheinlichkeit, dass sie eine Klassenstufe wiederholen, Prüfungen nicht bestehen und letztendlich die Schule abbrechen, ist dadurch höher.

Diese Abbildung untersucht die Bildungsbeteiligung und zeigt, wie alt Kinder, Heranwachsende und Jugendliche sind, wenn sie an vorschulischer, Grundschul-, unterer und oberer Sekundarschul- sowie postsekundärer Bildung teilnehmen. Der farbig hervorgehobene Teil zeigt an, wie viele von ihnen über dem Altersdurchschnitt für ihre Bildungsstufe liegen. Der grau markierte Bereich weist den Anteil an Kindern und Jugendlichen nach Alter aus, die keine Schule besuchen.

Die Anwesenheit älterer Schülerinnen und Schüler ist in vielen Ländern eine große Herausforderung

In Pakistansollten die meisten 10-jährigen Kinder zur Schule gehen, dennoch besuchen 24% in diesem Alter noch keine Schule. Viele sind zu alt für ihre Klassenstufe. Beispielweise besuchen 14-Jährige noch die Grundschule.
In Ländern wie Haiti ist der Anteil der älteren Schülerinnen und Schüler noch höher: Hier besuchen 5% der 10-Jährigen noch die Vorschule und 17% der 19-Jährigen noch die Grundschule.
Liberia steht vor derselben Herausforderung,
ebenso Malawi.

Kinder, die keine Schule besuchen

Weltweit besuchen 258 Millionen Kinder keine Schule. Diese Zahl stagniert bei der Grundschulbildung seit 2007 und bei der Sekundarschulbildung seit 2012.

Konflikte sind ein wesentlicher Grund für diese Stagnation. Leider bringen es Konflikte auch mit sich, dass sich die Verfügbarkeit und Qualität von Daten verschlechtert, wenngleich einige Länder nach wie vor Schätzwerte vorlegen.

Der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die keine Schule besuchen, hat sich seit vielen Jahren nicht verändert

Indonesien und Malaysia weisen sehr unterschiedliche Entwicklungsrichtungen auf. Ab der oberen Sekundarstufe ist die Quote derjenigen, die keine Schule besuchen, in Indonesien enorm gesunken, während sie in Malaysia gestiegen beziehungsweise unverändert geblieben ist.
Auch Eritrea und Äthiopien zeigen sehr unterschiedliche Fortschrittsraten. Die Nachwirkungen des Konflikts in Eritrea wirkten sich sichtbar negativ auf den Zugang zu Bildung aus, während Äthiopien Bildung in seinem Haushalt Priorität verliehen hat, was in kurzer Zeit zu einer schnellen Verminderung der Zahl an Kindern, die keine Schule besuchen, geführt hat.

Ein weiterer Grund für mangelnde Fortschritte bei der Senkung der Zahl derjenigen, die keine Schule besuchen, ist das Bevölkerungswachstum.

In Subsahara-Afrika hat sich die Bevölkerung im Grundschulalter von 1990 bis 2017 mehr als verdoppelt. In der Folge hat sich zwar der Anteil der Kinder, die keine Schule besuchen in diesem Zeitraum mehr als halbiert, die Anzahl der Kinder, die keine Schule besuchen jedoch kaum verändert.

In Niger und Tschad hat sich beispielsweise der Anteil der Kinder im Grundschulalter, die keine Schule besuchen, in den vergangenen zwanzig Jahren etwa halbiert, ihre Anzahl aber circa verdoppelt. Dadurch hat sich die Zahl der Kinder, die nicht zur Schule gehen, kaum verändert.

In Subsahara-Afrika ist die Anzahl der Kinder, die keine Schule besuchen, seit 1990 kaum gesunken

Schulabschluss

Das letztendliche Ziel von SDG 4 ist der Abschluss der oberen Sekundarstufe für alle, nicht nur deren Teilnahme daran. Dennoch ist in vielen Ländern Bildung höchstens bis zur unteren Sekundarschule kostenlos und schulpflichtig.

Die Welt ist noch nicht auf dem richtigen Weg, um bis zum festgesetzten Termin den universellen Abschluss der Primarstufe zu erreichen, von dem der Sekundarstufe ganz zu schweigen.

Der Indikator bezieht sich auf Kinder, die Bildungsstufen bis zu drei oder fünf Jahre nach dem offiziellen Abschlussalter abschließen können – dies kann als rechtzeitiger Abschluss  definiert werden. Doch viele Kinder schließen sogar noch später ab – was als äußerster Abschluss  bezeichnet werden kann.

Die Abbildung unten zeigt zum Beispiel, dass in Mosambik die Differenz zwischen rechtzeitigem (77%) und äußerstem Abschluss (55%) in der Grundstufe 20 Prozentpunkte beträgt. In Nepal ist der Unterschied ebenso hoch.

Viele Kinder schließen die Schule spät ab

Schlussbemerkung

Wann Kinder eingeschult werden, in welchem Alter und ob sie die Schule dann auch abschließen, sind Fragen von entscheidendem politischen Interesse.

Die folgenden Themen auf dieser Website gehen den Fragen nach, wie nah wir dem Ziel der Erreichung von Chancengerechtigkeit in Bildung sind, was Lernende lernen welche Qualität ihre Bildung hat und wer sie finanziert.

Weitere Informationen zum Thema

  • Education above the odds – Save the Children
  • A world ready to learn: Prioritizing quality early childhood education – UNICEF
  • Combining data on out-of-school children, Completion and learning to offer a more comprehensive view on SDG 4
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